SpiraFlow 2.0: Erstmals eine selbstreinigende Wischwalze im Saros-Topmodell
Bislang wischte der Saros 20 mit rotierenden Pads. Bei Ketchup und Kaffeeflecken hatten wir in unserem Test die Nase gerümpft und lieber zu einem Modell mit Wischwalze geraten.
Roborock hat offenbar zugehört. Der Saros 20 Flow Complete bekommt jetzt das SpiraFlow 2.0 System mit einer selbstreinigenden Wischwalze.
An der Station wird die Walze mit 16 Druckwasser-Düsen gereinigt. Sie rotiert dabei mit 240 Umdrehungen pro Minute.
Der Anpressdruck liegt laut Datenblatt bei 15 Newton.
Laut Hersteller bewältigt das System typische Alltagsszenarien wie Küchenchaos, Morgen-Verschüttetes, Pfotenabdrücke und Bad-Spritzer gleichermaßen. Das sind alles Dinge, die eine Wischwalze grundsätzlich besser kann als Pads.
In unserem Test des Roborock Qrevo Curv 2 Flow zeigte sich Roborocks erste Wischwalzen-Generation bei hartnäckigem Schmutz gut, aber nicht perfekt: Bei dickem Ketchup blieb selbst nach zwei Durchgängen ein Rest.
Ob die Walze auch an Möbelkanten und Sockelleisten so präzise arbeitet wie die bisherigen Pads, zeigt der eigene Test. Neue Mechanik, neue mögliche Schwachstellen, so einfach ist das.
RetractSense LiDAR: Schließt Roborock die Navigationslücke des Vorgängers?
Der reguläre Saros 20 navigiert nur mit Kamera und strukturiertem Licht. In unserem Test fehlte uns dabei der 360-Grad-Rundumblick eines klassischen LiDAR-Turms, gerade in engen Ecken wirkte er ratlos.
Der Flow Complete bekommt jetzt einen einfahrbaren Laserturm. Trotzdem bleibt das Gerät nur 8,98 cm flach.
Auch unser Smart-Home-Experte sieht das genauso:
Kamerabasierte Navigation kommt bei wenig Umgebungslicht oder in symmetrischen Räumen schneller an ihre Grenzen als LiDAR. Ein einfahrbarer Laserturm kombiniert beides und wird in der Kategorie immer mehr zum Standard.

Joe
Smart Home Experte & Produkttester
In unserem Test des Saros 20 hatten wir genau dieses fehlende LiDAR als Schwäche notiert, der Roboter wirkte in verwinkelten Ecken teils orientierungslos. RetractSense schließt diese Lücke, zumindest auf dem Papier. Funktioniert das im Alltag genauso gut, ist das die sinnvollste Änderung der ganzen Saros-Reihe.
Reactive AI, 36.000 Pa und Akkulaufzeit: Alltagsleistung im Überblick
Bei der Saugkraft bleibt der Flow Complete auf Vorgänger-Niveau. Der Motor liefert weiterhin 36.000 Pa, Spitzenklasse im Saugroboter-Markt und mehr, als die meisten Wohnungen je brauchen werden.
Für die Aufnahme sorgt laut Datenblatt eine DuoDivide-Hauptbürste. Zwei Arc-förmige Seitenbürsten übernehmen die Randreinigung und lassen sich anheben.
Neu ist außerdem das Anti-Tangle-Design. Roborock verspricht 0 % Haar-Verheddern, eine mutige Ansage für ein altbekanntes Problem.
In unserem Test kämpfte der reguläre Saros 20 bei langen Menschenhaaren: Nur rund 70 % landeten im Staubbehälter, der Rest verfing sich um die Bürste.
Bei der Hinderniserkennung setzt Roborock auf ein anderes System als beim Vorgänger, das laut Datenblatt über 300 Objektkategorien erkennt, auch bei Dunkelheit. Kabelsalat und liegengelassenes Spielzeug haben es damit im Alltag schwerer.
Für den Alltag mindestens genauso wichtig: Wie lange hält der Akku durch, und wie viel Fläche schafft eine Ladung? Im Leise-Modus gibt Roborock bis zu 301 Minuten Laufzeit an, gut fünf Stunden am Stück.
Die tatsächlich abgedeckte Reinigungsfläche liegt laut Datenblatt bei bis zu 348 m² pro Ladung. Das reicht für die meisten Wohnungen und viele Einfamilienhäuser für einen kompletten Durchgang ohne Zwischenladen.
Nur bei sehr großen oder stark verwinkelten Grundrissen mit intensivem Wischeinsatz wird der Akku vor der letzten Ecke knapp. Für den typischen Haushalt bleibt das die Ausnahme, nicht die Regel.
AdaptiLift Traverse 3.0: 8,8 cm Türschwellen im Alltag realistisch?
Roborock bewirbt für den Flow Complete eine Türschwellenüberwindung von bis zu 8,8 cm über Doppel-Schwellen. Der gleiche Wert, den der Hersteller schon beim regulären Saros 20 kommuniziert hatte.
RockDock Station: Wäsche, Trocknung und Zertifizierung
Die neue Ladestation kommt im überarbeiteten, kubischen Design.
Bestätigt sind ein leicht ausspülbarer Schmutzwassertank und ein um 75 Grad kippbares Gehäuse für die Reinigung. Das kennen wir bereits vom Vorgänger, dort ließ sich die Waschschale einfach abnehmen.
Die restliche Ausstattung der Station liest sich laut Datenblatt wie folgt:
- Moppwäsche mit 100 Grad heißem Wasser
- Trocknung mit 63 Grad warmer Luft
- Automatische Reinigungsmitteldosierung
- Erkennt starke Verschmutzung und wischt eigenständig ein zweites Mal
Für Dich heißt das im Alltag:
- weniger Geruch aus dem Schmutzwassertank,
- trockene statt feuchte Wischwalzen zwischen den Einsätzen
- und kein Nachlegen von Reinigungsmittel per Hand.
App und Smart-Home-Anbindung: Was der Saros 20 Flow Complete unterstützt
Über die App lassen sich laut Datenblatt einzelne Räume, Zonen und sogar Teppiche gezielt reinigen. Sperrzonen und mehrere gespeicherte Karten gehören ebenfalls dazu.
Praktisch für Wohnungen über mehrere Stockwerke oder ein Haus mit Keller: Du musst nicht bei jedem Etagenwechsel neu kartieren lassen. Der Roboter merkt sich mehrere Grundrisse gleichzeitig.
Bei der Sprachsteuerung zeigt sich Roborock breit aufgestellt. Unterstützt werden laut Hersteller:
- Amazon Alexa
- Google Home
- Matter
- Siri Shortcuts
- Yandex
- Hello Rocky, Roborocks eigener Sprachassistent
Für die meisten deutschen Haushalte zählen vor allem Alexa, Google Home und die Matter-Anbindung. Wer bereits ein Smart Home hat, muss dafür kein neues Ökosystem aufbauen.
Preis und Verfügbarkeit
International hat Roborock bei der Vorstellung noch keinen Preis genannt. Für den deutschen Markt können wir Dir schon mehr verraten.
Der Roborock Saros 20 Flow Complete kostet 1.299 €. Damit startet er günstiger als der Saros 20, dessen UVP bei 1.499 € lag.
Verfügbar ist der Roboter ab heute im MediaMarkt Onlineshop. Zunächst allerdings nur exklusiv für MediaMarkt-Mitglieder, ein breiter Verkaufsstart für alle Kundinnen und Kunden steht noch aus.
Roborock Saros 20 Flow Complete: Unser Fazit
Der Flow Complete löst auf dem Papier genau das Problem, das wir am Vorgänger bemängelt hatten. Erstmals bekommt Roborocks Topmodell eine selbstreinigende Wischwalze statt einfacher Pads.
Auch der einfahrbare LiDAR-Turm ist mehr als ein Marketing-Detail. Er adressiert exakt die Navigationsschwäche, die uns beim Vorgänger in engen Ecken aufgefallen war.
Skeptisch bleiben wir bei der 0 % Haar-Verheddern Angabe. Der Vorgänger kämpfte in unserem Test genau damit, und Roborock verspricht jetzt das komplette Gegenteil.
Auch abseits der großen technischen Sprünge zeigt sich Roborock breit aufgestellt. Mehrere Karten, Sperrzonen und Anbindung an viele gängige Smart-Home-Standards sorgen dafür, dass sich der Flow Complete in bestehende Setups einfügt, statt ein neues Ökosystem zu erzwingen.
Mit 1.299 € positioniert sich der Flow Complete zudem günstiger als sein Vorgänger, trotz spürbar mehr Technik unter der Haube. Wer schon lange auf eine Wischwalze im Roborock-Topmodell gewartet hat, muss jetzt nicht mehr warten, nur noch abwarten, ob sie hält, was sie verspricht.
Inhalt
SpiraFlow 2.0: Erstmals eine selbstreinigende Wischwalze im Saros-Topmodell
RetractSense LiDAR: Schließt Roborock die Navigationslücke des Vorgängers?
Reactive AI, 36.000 Pa und Akkulaufzeit: Alltagsleistung im Überblick
AdaptiLift Traverse 3.0: 8,8 cm Türschwellen im Alltag realistisch?
RockDock Station: Wäsche, Trocknung und Zertifizierung
App und Smart-Home-Anbindung: Was der Saros 20 Flow Complete unterstützt

