NexCutter: So mäht der NAVIA PRO AWD bis an den Zaun
Jeder Mähroboter hinterlässt einen Streifen. Er fährt so nah an Zaun oder Mauer, wie es seine Bauform erlaubt und der Rest bleibt stehen.
NexLawn geht das mechanisch an. Eine der beiden Schneidscheiben sitzt auf einem Arm, der seitlich aus dem Gehäuse fährt.
Der Roboter erkennt laut Hersteller Höhenunterschiede an der Rasenkante. Die Scheibe schiebt sich dann genau so weit heraus, wie es die Kante verlangt.
Was 0 cm Kantenabstand im Alltag bedeuten
0 cm heißt: Die Scheibe steht direkt über der Kante. Kein Restgras, kein Nacharbeiten mit dem Trimmer.
Zur Einordnung: Die besten Randschnitt-Systeme, die wir bisher im Garten hatten, kommen auf ca. 5 bis 10 cm Restabstand. Das ist bereits sehr gut.
Der Unterschied klingt klein. Auf 100 Metern Zaunlänge ist es aber genau der Streifen, für den Du sonst den Rasentrimmer aus dem Schuppen holst.
Wo auch der Arm an seine Grenze kommt
Eine Innenecke mit 90 Grad bleibt Geometrie. Eine runde Scheibe kommt dort nie vollständig in den Winkel, egal wie weit der Arm ausfährt.
Auch geschwungene Beetkanten sind eine andere Aufgabe als eine gerade Mauer. Ob die Mechanik dort sauber nachführt, zeigt sich erst im echten Garten.
Auch unser Smart-Home-Experte ordnet das so ein:
Randschnitt ist bei Mährobotern fast immer eine Frage der Bauform, nicht der Software. Wer wirklich bis an die Kante will, muss die Schneidscheibe physisch dorthin bringen.

Ilia
Smart Home Experte, Produkttester & Fachberater Smart Home (TÜV)
90 Prozent Steigung: Was der NAVIA PRO AWD am Hang leisten soll
90 Prozent entsprechen 42 Grad. Das ist steiler als alles, was bei uns bisher im Testgarten stand.
Möglich machen soll das ein Allradantrieb mit vier Nabenmotoren und zwei servogelenkten Vorderrädern.
NexLawn verspricht damit echtes Wenden auf der Stelle. Die Räder sollen dabei seitlich nicht wegrutschen und die Grasnarbe schonen.
Bemerkenswert ist eine Fußnote im Datenblatt. Der Hersteller weist selbst darauf hin, dass am Limit besondere Vorsicht gilt, gerade auf unebenem oder nassem Untergrund.
Diese Offenheit rechnen wir NexLawn an. Ein nasses Quergefälle ist im Alltag etwas ganz anderes als eine trockene Laborrampe.
NexNav 2.0: Fünf Sensoren statt Antennenmast im Garten
Kein Begrenzungsdraht, kein RTK-Mast, keine Bake im Beet. Der NAVIA PRO AWD soll seinen Garten vollständig selbst erfassen.
Dafür kombiniert NexLawn fünf Systeme:
- Network RTK für die Positionierung
- 360 Grad 3D-LiDAR für die Raumerfassung
- KI-Stereokamera für die Objekterkennung
- Infrarotsensor
- ToF-Sensor für kurze Distanzen
Aus diesen Daten entsteht die Karte. Nach dem ersten kompletten Mähdurchgang zeigt die App laut NexLawn eine fotorealistische Ansicht statt einer nackten Punktwolke.
Das klingt nach Kosmetik, ist im Alltag aber praktisch. Auf einer echten Ansicht erkennst Du Wege und Beete sofort wieder, wenn Du eine Sperrzone einzeichnen willst.
Über 300 Hindernistypen, Menschen und Haustiere inklusive
Mehr als 300 Objekttypen soll das System unterscheiden. Menschen und Haustiere gehören ausdrücklich dazu.
Aus unseren bisherigen Tests wissen wir allerdings, wo es dann trotzdem klemmt. Die automatische Kartierung wurde bei starkem Schatten quer durch alle Hersteller unzuverlässig.
Ob fünf Sensoren dieses Problem endlich lösen, beantwortet kein Datenblatt. Das entscheidet sich unter einem dichten Baum an einem trüben Nachmittag.
40 cm Schnittbreite und zwei Scheiben: das stärkste Mähwerk der Marke
40 cm Schnittbreite mit zwei schwimmend gelagerten Scheiben. In dieser Kategorie ist das die obere Kante.
Die meisten Modelle für den Hausgarten liegen zwischen 18 und 22 cm.
Für Dich heißt das schlicht:
- weniger Bahnen auf derselben Fläche.
- Weniger Zeit,
- weniger Ladezyklen,
- weniger Surren im Garten.
Angetrieben wird das Ganze von einer 36-Volt-Plattform. Je nach Variante mäht der Roboter 120 bis 240 Minuten am Stück.
Geladen wird in 75 bis 85 Minuten. Solide, aber kein Bestwert in der Kategorie.
Tipp: Welche Mähroboter sich aktuell insgesamt lohnen, zeigt unsere Übersicht der besten Mähroboter.
Selbstreinigende Ladestation: NexLawn denkt die Wartung mit
Wer schon einmal verklebten Grasschnitt vom Unterboden gekratzt hat, kennt den unangenehmsten Teil der Rasenpflege.
Für den NAVIA PRO AWD gibt es dafür eine Station als Zubehör. Sie spült nach jedem Mähzyklus Chassis, Schneidscheibe und Räder ab.
Häufigkeit und Wassermenge stellst Du in der App ein.
Selbstreinigung kennen wir aus der Saugroboter-Welt, dort hat sie sich als echter Alltagsgewinn erwiesen. Beim Mähroboter wäre das ein spürbarer Schritt, weil hier bislang Handarbeit die Regel ist.
Eine Frage lässt NexLawn offen, und sie entscheidet über die Alltagstauglichkeit. Woher kommt das Wasser?
Ein fester Anschluss würde bedeuten: Schlauch bis zur Station verlegen. Bei einem Gerät, das autonom über das ganze Grundstück fährt, ist das ein Punkt, den Du vor dem Kauf durchdenken solltest.
Ein Tank wäre einfacher aufzustellen, müsste aber regelmäßig gefüllt werden. Also genau die Handarbeit, die die Station eigentlich abschaffen soll.
Bis das geklärt ist, bleibt die Station für uns eine gute Idee mit einem offenen Detail.
App und Karte: 3D-Ansicht, 150 Zonen und lebenslanges 4G
Zwei Karten lassen sich parallel verwalten, etwa Vorder- und Hintergarten. Insgesamt sind 150 Zonen möglich.
Mähbereiche, Sperrzonen und Verbindungswege zählen dabei zusammen. Dazu kommt eine Zusatzbeleuchtung für den Nachtbetrieb.
Der Punkt, der uns am meisten aufgefallen ist, steht fast beiläufig im Datenblatt. Der 4G-Dienst ist laut NexLawn dauerhaft kostenlos.
Bei den kleineren Baureihen der Marke sind es drei Jahre. Ein Dienst, der nach Ablauf plötzlich Geld kostet, gehört bei Mährobotern zu den unangenehmen Überraschungen.
Drei Größen des NAVIA PRO AWD: 3.000, 5.000 oder 8.000 m²
Den NAVIA PRO AWD wird es in drei Flächenvarianten geben. Sie unterscheiden sich vor allem im Akku:
- 3.000 m² mit 5 Ah
- 5.000 m² mit 7,5 Ah
- 8.000 m² mit 10 Ah
Das sind Grundstücksgrößen, die in Deutschland die Ausnahme sind. Der durchschnittliche Hausgarten liegt deutlich darunter.
Für die meisten Leser ist der NAVIA PRO AWD damit ehrlicherweise nicht das passende Gerät. Wer aber ein großes Hanggrundstück pflegt, findet in dieser Klasse bisher wenig Auswahl.
Tipp: Passende Modelle für große Flächen findest Du in unserem Vergleich zu Mährobotern bis 2000 m².
NexLawn zeigt auf der IFA 2026 noch mehr Neuheiten
Der NAVIA PRO AWD ist nicht die einzige Vorstellung. NexLawn hat gleich vier neue Baureihen im Gepäck:
- VAYOR 600: Einstiegsmodell bis 600 m², 5 cm Kantenabstand, Durchfahrt ab 60 cm
- VIDAR 1200/2000 AWD: Allrad mit 80 Prozent Steigung und 3 cm Kantenabstand
- AURION Serie: der erste kommerzielle Mähroboter der Marke
Mit der AURION Serie steigt NexLawn erstmals in die professionelle Rasenpflege ein. Zielgruppe sind Golfplätze und Fußballfelder.
Bis zu 60.000 m² in 48 Stunden nennt der Hersteller als Leistungsangabe. Mehrere Geräte sollen sich dabei über eine Cloud die Arbeit aufteilen.
Preis und Verfügbarkeit des NexLawn NAVIA PRO AWD
Hier wird es kurz. NexLawn nennt das erste Halbjahr 2027 als Marktstart und zwar für alle vier neuen Baureihen.
Preise gibt es noch keine. Auch zum Vertriebsweg in Deutschland hat sich der Hersteller bisher nicht geäußert.
Das ist ungewöhnlich weit im Voraus angekündigt. Für Dich heißt das ganz nüchtern: Die Gartensaison 2026 läuft ohne dieses Gerät.
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Fazit: Viel Hang, wenig Restgras und ein Beweis, der noch aussteht
Der NAVIA PRO AWD greift genau die zwei Stellen an, an denen Mähroboter im Alltag am häufigsten scheitern.
Die eine ist der Hang, an dem viele Geräte irgendwann die Traktion verlieren. Die andere ist der Randstreifen, den bisher niemand weggebracht hat, sondern immer nur kleiner gemacht.
Was diesen Ansatz von bisherigen Randschnitt-Lösungen unterscheidet, ist die Richtung. Statt die Scheibe im Gehäuse zu schwenken, trägt der Roboter sie aktiv nach außen.
Das ist kein Softwareversprechen. Das ist Mechanik und deshalb nehmen wir die Ankündigung ernst.
Offen bleibt genau das, was ein Datenblatt nicht leisten kann. Wie sich der Arm an geschwungenen Beetkanten schlägt, ob die Kartierung im Schatten hält und was das Ganze am Ende kostet.
Wer die Zeit hat, sollte den NAVIA PRO AWD im Auge behalten. Wenn die 0 cm im Garten halten, was sie im Labor versprechen, wäre das der erste Mähroboter, der den Rasentrimmer wirklich überflüssig macht.
Inhalt
NexLawn NAVIA PRO AWD: 90 Prozent Steigung und ein Arm, der bis an den Zaun mäht
NexCutter: So mäht der NAVIA PRO AWD bis an den Zaun
90 Prozent Steigung: Was der NAVIA PRO AWD am Hang leisten soll
NexNav 2.0: Fünf Sensoren statt Antennenmast im Garten
40 cm Schnittbreite und zwei Scheiben: das stärkste Mähwerk der Marke
Selbstreinigende Ladestation: NexLawn denkt die Wartung mit
App und Karte: 3D-Ansicht, 150 Zonen und lebenslanges 4G
Drei Größen des NAVIA PRO AWD: 3.000, 5.000 oder 8.000 m²
NexLawn zeigt auf der IFA 2026 noch mehr Neuheiten
Preis und Verfügbarkeit des NexLawn NAVIA PRO AWD
Fazit: Viel Hang, wenig Restgras und ein Beweis, der noch aussteht

